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Wie zu Oma's Zeiten

Wer mich schon ein bisschen kennt, weiß, dass ich mich gerne in meiner Zauberküche aufhalte und immer weder neue Rezepte und Kreationen ausprobiere.

Aber ich koche und backe nicht nur gerne, sondern ich esse und verwende vor allem gerne Lebensmittel von guter Qualität. Und dazu zählt für mich auch, dass das Gemüse oder Obst am besten ganz in meiner Nähe gewachsen ist.


Regional und saisonal schmeckt einfach besser

Deshalb ist es wichtig für mich, so gut es geht, das Gemüse und Obst zu essen, das je nach Jahreszeit bei mir in der Umgebung reif wird. Ich versuche also so viel wie möglich regionale und saisonale Nahrungsmittel zu verwenden. Es ergibt für mich einfach mehr Sinn und außerdem schmeckt frisch Geerntetes 100mal besser als künstlich und zur falschen Jahreszeit gezogenes oder unreif geerntetes, über weite Wege transportiertes Gemüse.

Mir ist schon klar, dass das nicht auf alle Lebensmittel anwendbar ist, aber man muss nicht immer gleich alles perfekt machen. Ich finde, wichtig ist, überhaupt einmal anzufangen.


Im Sommer ist das natürlich viel leichter als in der kalten Jahreszeit. Aber es gibt so viele Möglichkeiten die Vitamine und den sommerlichen Geschmack das ganze Jahr über aus dem Vorratsregal zu holen. Jeder hat doch schon einmal mit Mama Marmelade eingekocht oder Tomatensauce für's ganze Jahr gemacht?

Eine weitere tolle und vor allem wirklich gesunde Variante des Haltbarmachens ist das Fermentieren.

Ich sag's euch, ich habe lange gebraucht, bis ich mich das erste Mal drüber getraut habe - ich weiß eigentlich überhaupt nicht warum, weil nachdem ich mein erstes Sauerkraut angesetzt habe, habe ich gemerkt, dass das überhaupt keine Hexerei ist!


Jetzt wird's sauer und gesund

Und ab dann war ich der Methode verfallen, ich habe bisher schon einiges ausprobiert. Neben klassischem Sauerkraut, gibt es auch leckere Varianten mit verschiedenen Gewürzen (schon mal mit Dill probiert?). Ich habe Fisolen fermentiert, gemischtes Gemüse, Fenchel und auch Karotten.

Wow, waren die gut. Also fermentierte Karotten sind einfach der Hammer!! Einfach die Karotten in gleiche lange Sticks schneiden und zwar so groß, dass sie noch ca. zwei Fingerbreit Abstand bis zum oberen Rand vom Glas haben. Dann in ein heiß ausgewaschenes (und abgekühltes! - wir wollen die Milchsäurebakterien ja nicht gleich grillen) Glas stecken und mit 2%iger Salzlake auffüllen.

5 Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen und danach etwas kühler und dunkel lagern. Das war's! Ist nicht besonders aufwendig oder?

Knoblauchzehen habe ich dieses Jahr auch schon fermentiert - aber noch nicht gekostet, also kann ich dir noch keine Empfehlung geben.



Kimchi - das koreanische Sauerkraut

In den letzten beiden Jahren hat sich Kimchi zu einem weiteren Lieblingsferment von mir entwickelt. Kimchi heißt auf koreanisch "fermentiertes Gemüse" und es gibt wahrscheinlich so viele verschiedene Kimchi-Rezepte wie es koreanische Familien gibt ;-).

Die Grundzutaten sind aber immer Chinakohl und Rettich. Und dann kommen bei mir zum Beispiel noch Frühlingszwiebel und ein bisschen Karotte dazu. Mit Ingwer, Knoblauch und Chilipulver wird es dann auch so richtig schön scharf und wärmend für die kalten Monate.

Es gibt verschiedene Zubereitungsmethoden: traditionell werden die Chinakohlblätter im Ganzen für ca. 4-5 Stunden in gesalzenes Wasser gelegt und danach erst weiter verarbeitet und mit den restlichen Zutaten vermischt.


Mein Kimchi-Rezept 2022:

Ich habe einen großen Chinakohl klein geschnitten, in einer Schüssel mit 1 Liter 2%iger Salzlake bedeckt und geknetet, bis der Saft ausgetreten ist. Danach 2 Stunden stehen lassen. Einen weißen Rettich und 2-3 Karotten raspeln, 5-6 Frühlingszwiebel in Ringe schneiden. 4 Knoblauchzehen und ein Ingwerstück (ca. 4 cm groß) klein schneiden und alles vermischen.

Nach 2 Stunden den Chinakohl abgießen (die Lake auffangen) und zum restlichen Gemüse dazugeben. Mit Chilipulver je nach Geschmack würzen und alles gut vermischen und kneten oder stampfen. Abschmecken und eventuell nachsalzen.

Das Gemüse in sterile kalte Gläser füllen, gut stampfen und bei Bedarf mit der aufgefangenen Lake bedecken. Ich habe es 5 Tage bei Zimmertemperatur stehen gelassen. Wichtig ist, die Deckel nur leicht auf die Gläser legen und noch nicht fest verschließen, damit die Luft entweichen kann. Die Gläser solltest du auf jeden Fall zum Beispiel auf ein Backblech stellen, damit übergehendes Wasser aufgefangen werden kann.

Danach Gläser fest verschließen oder in kleinere Portionsgläser umfüllen und kühl und dunkel lagern.


Die meisten meiner Inspirationen zum Thema Fermentieren hole ich mir übrigens aus dem Blog von Marie: Wurzelwerk. Sie hat echt tolle Rezeptideen und bis jetzt ist mir auch alles super gelungen!


Vitamine auch im Winter

Wenn es dann draußen immer kälter und das frische Gemüse weniger wird, ist es ein wahrer Genuss ein Glas Kimchi als Vorspeise oder vielleicht fermentierte Karotten als Zugabe zu einem Kartoffelstampf mit getrockneten Kräutern auf den Tisch zu zaubern.

Der Geschmack ist einfach sooo gut!

Und zusätzlich schaffen die Milchsäurebakterien, denen wir das Ferment zu verdanken haben, ein gesundes, ausgewogenes Milieu in unserem Darm und stärken somit auch noch unsere Gesundheit.


Also, was willst du mehr? Probier es einfach aus, es macht wirklich Spaß immer wieder neue Varianten zu testen. Ich verspreche es, wenn du deine Methode einmal gefunden hast, geht es ganz leicht! Vor allem mit der richtigen Power-Musik: Choose to be me


Gutes Gelingen und bis bald ;-)

Deine Manu

30 Ansichten1 Kommentar

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1 Comment


angel.ra
Oct 24, 2022

Hab über Kimchi schon oft gelesen , aber noch nie ausprobiert ! 😉 Werd´s aber nach deinem Rezept

echt bald ausprobieren ! Der Chinakohl ist ja grad schon zum Ernten , also ...an die Arbeit ! 💪 Bin echt gespannt ( muss noch meinen Ingwer ausgraben , mal sehen , ob der was geworden ist !)😁

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